Reise 2015

19.08.2015

Equipment

Gerade stellen wir die Ausrüstung für unsere Reise zusammen. Da ein Großteil der Strecke reine Erdpisten darstellen, ist ein gewisser Anteil an „off-road-equipment“ erforderlich.

20.08.2015

Navigation

Start: Laut Navi sind es 3.653 km bis zu unserem ersten Ziel in Santa Barbará do Para. Dieser Teil der Strecke ist zwar durchgehend asphaltiert, aber der überwiegende Teil nur einspurig je Fahrtrichtung. Es müssen Tausende von LKW’s überholt werden, daher rechnen wir mit einer durchschnittlichen Fahrleistung von max. 75 km per Stunde. Aufgrund schlechter Straßenverhältnisse (Schlaglöcher) und Fahrzeuge, die ohne Licht fahren, wollen wir nur bei Tageslicht, also von 7:30 Uhr morgens bis 18:00 Uhr abends fahren. Folglich erwarten wir die Ankunft in 4 Tagen, am Sonntagabend, den 23.08.2015.

22.08.2015

Zwischenstop Campinorte

Einer unserer beliebten Zwischenstopps, hier Hotel Rotamérica.

Am Sonntagabend, den 23.08., waren wir in unserem Büro in der Nähe von Belém (Nord-Brasilien) angekommen. Zunächst einmal haben wir hier drei Bürotage eingelegt und gleichzeitig die weitere Tour im Detail geplant. Es gibt keine Straßen zu den nächsten Zielen. Wir könnten zwar den Amazonas nun mit dem Boot rund 700 km flussaufwärts fahren, allerdings müssten wir dann gegen die Strömung steuern und das ist sehr langwierig. Folglich entschieden wir uns für einen Linienflug von Belém nach Santarém.

26.08.2015

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Uwe und Alan kurz nach der Landung in Santarém.

27.08.2015

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Im Vordergrund erkennt man die 1661 erbaute Kirche „Nossa Senhora da Conceição“ und im Hintergrund sieht man deutlich wie der Rio Tapajós in den Amazonas mündet. Beim Zusammenlauf der beiden Flüsse mischt sich das grüne Wasser des Rio Tapajós nur langsam mit dem braunen Amazonas. Die Gewässer fließen etwa 6 Kilometer nebeneinander her, bevor sie sich vermischen, da sie unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten und Temperaturen haben.

Die weitere Umgebung von Santarém ist reich an Bodenschätzen wie Bauxit und Gold. Santarém’s Einwohner leben von Rinderzucht, Fischfang, der Herstellung von Keramikartikeln und Hängematten aus Baumwolle, sowie Hartholz, Para-Nüsse, Pfeffer, Sojabohnen, Jute und auch Kautschuk.

Der Hafen von Santarém soll einer der wichtigsten Exporthäfen für Soja werden. Durch die gegenwärtig diskutierte Asphaltierung der Bundesstraße von Cuiabá nach Santarém würden die Transportkosten für Soja erheblich gesenkt werden. Entlang der Straße setzt aufgrund der Asphaltierungspläne eine massive Bodenspekulation ein, die zur Verdrängung von Kleinbauern durch Sojaproduzenten führt. Es wird daher befürchtet, dass diese Entwicklung zu einer Verstärkung der Entwaldungsdynamik in der Region führt.

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Ein Großteil der in Santarém ansässigen Sägewerke war in den letzten Jahren verstärkt in Skandale verwickelt. Wir entschieden uns daher, lediglich die legal operierenden Firmen zu besuchen. Man sieht hier auf diesem Foto auch, dass die Sicherheitsvorschriften, z.B. das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung, ernst genommen wird.

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Ebenso wird hier vorbildlich auf Mülltrennung geachtet.

28.08.2015

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Dieses Dokument zeigt die geographischen Koordinaten eines Forstbesitzes an. Ebenso sind die Flächen eingezeichnet, in dem dieses Jahr eine legale Forstoperation (Holzernte) stattfinden darf. Dieses Areal möchten wir uns nun näher anschauen.

29.08.2015

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Da das Gebiet nur sehr schwer zu erreichen ist, entschieden wir uns für ein Privatflugzeug.

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Es kann losgehen: Die Vorbereitungen zum Start sind abgeschlossen.

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Noch ein letzter Blick auf die Startbahn (Schotterpiste) während des Abhebens.

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Inzwischen befinden wir uns über dem Amazonasbecken mit seinen gewaltigen Ausmaßen.

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Es erschließt sich einem der Blick auf den schier unendlich wirkenden Regenwald.

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Nach einem leicht ruckeligen Flug nun dann die Landung auf einer Buschpiste weit abseits der Zivilisation.

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Gelandet und wieder festen Boden unter den Füßen.

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Auf der Ladefläche eines LKW’s geht es dann zum Sägewerk.

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Hier sehen wir Massaranduba Rundholz aus der jetzigen Holzernte.

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Und hier Ipê-Stämme, von denen wir übrigens Probenmaterial zur Gen-Analyse gesammelt haben.

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Ebenso schöne zylindrische Jatobá-Stämme,

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sowie Muiracatiara, auch als Tigerwood bekannt.

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Mächtige Angelim Vermelho – Stämme, zum Größenvergleich habe ich mich extra daneben positioniert.

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Nicht weniger voluminöse Angelim Pedra – Stämme zur Aufnahme an der Bandsäge.

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Ein Angelim Pedra Stamm wird an der Blockbandsäge aufgetrennt und weiter transportiert zum Besäumen.

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Sämtliche unbrauchbaren Abschnitte der Stämme werden im werkseigenen Kraftwerk zur Stromerzeugung thermisch verwertet. Hier der Zerkleinerer, der im Vorfeld die Hackschnitzel, die sog. Biomasse, produziert.

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Die Hackschnitzel werden über ein Förderband in das Kraftwerk transportiert.

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Hier die Außen- und Innenansicht des Kraftwerks.

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Über Förderschnecken werden die Hackschnitzel in den Brennraum befördert.

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Ohne den Stromgenerator würde hier draußen nichts laufen.

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Auch die im Hintergrund des Fotos erkennbaren vier Trockenkammern werden über das werkseigene Kraftwerk versorgt.

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Nun wieder im Außenbereich sieht man qualitativ sehr sauber produziertes Angelim Vermelho Schnittholz für den holländischen Markt. Die Niederländer verwenden das sehr dauerhafte Hartholz, um das Erdreich gegen ihre zahlreichen Wasserkanäle abzustützen.

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In diesem Werk hier wird das Schnittholz, welches für Terrassendielen bestimmt ist, zunächst auf eine einheitliche Stärke vorgehobelt. Dadurch wird ein saubereres und einheitlicheres Endergebnis erzielt. Im Anschluss wird die Diele auf das Endmaß profiliert, im vorliegenden Fall hier das sog. französische Profil.

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Da dieses Sägewerk weit außerhalb der Zivilisation liegt, wurden eigens für die Mitarbeiter Unterkünfte gebaut, in denen sie von Montag bis Freitag wohnen können.

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Ebenso hat das Werk eine eigene Küche. Die Unterkünfte, sowie Frühstück, Mittag- und Abendessen werden jedem Mitarbeiter kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Das Sägewerk verfügt sogar über eine eigene Bäckerei und das hauseigene (oder werkseigene) Brot schmeckt richtig lecker.

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Auf dem Weg zur Kantine läuft man an einem Baumlehrpfad vorbei. Zu sehen sind Cumaru, Angelim Vermelho, Ipê und viele andere Baumarten.

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Selbst Pfeffer zum Würzen der Speisen wird hier angebaut.

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Nun geht es wieder zurück nach Santarém. Wieder einmal können wir aus der Luft die gigantischen Ausmaße des Regenwaldes und des Amazonasbeckens miterleben.

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Aus der Luft gut erkennbar die wahren Vernichter des tropischen Regenwaldes: Wieder einmal wird Regenwald niedergebrannt um Nutzfläche für die Rinderzucht oder für die Anpflanzung von Agrarprodukten zu erzielen.

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Nun geht es wieder ein Stück auf der Straße weiter. Allerdings werden wir noch nicht in die hier gezeigten, weit im Süden liegenden Orten fahren, sondern am nächsten Morgen ein Boot nehmen und den Amazonas flussabwärts fahren.

30.08.2015

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Endlich haben wir ein geeignetes Boot für unsere 4-tägige Fahrt auf dem Amazonas gefunden, nun müssen wir es noch volltanken, abwarten bis der Wind etwas nachlässt und dann geht es auch schon los.

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Hier noch ein letzter Blick auf Santarém vom Rio Tapajós aus.

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Es kommen uns eine ganze Reihe dieser typischen auf dem Amazonas fahrenden Fischerboote entgegen, auf denen deren Besitzer auch größtenteils leben.

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Eine ganze Weile fahren wir noch an Pfahlbauten vorbei, in denen die Familien ein einfaches Leben führen. Zum Teil haben sie keine Elektrizität und leben nur vom Fischfang und der Viehhaltung.

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Inzwischen sind wir weit draußen, fernab von Ansiedlungen. Infolge des heutigen starken Windes auf dem Amazonas, der unser Boot auf ein bis zwei Meter hohen Wellen hin- und her schüttelte, entschieden wir uns auf einem ruhigeren, parallel verlaufenden Seitenarm zu fahren.

31.08.2015

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Nach gestriger, etwa 10-stündiger Bootsfahrt steuern wir heute Morgen direkt ein Sägewerk an. Man ist gerade dabei, Rundholz von einem Pontonschiff abzuladen. Es hat noch lange in die eigentliche Trockenzeit hinein geregnet, wodurch sich die Holzernte deutlich verzögerte und das Rundholz erst jetzt aus dem Forstprojekt verladen werden konnte. Infolgedessen konnten wir noch keine nennenswerten Aktivitäten in der Produktion besichtigen. Nichts desto trotz hatten wir hier einen positiven Eindruck.

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Wir nehmen noch gerade ein paar der hier typischen Caju-Früchte mit auf unsere weitere Reise. Die Frucht schmeckt ein bisschen vergleichbar mit Äpfeln. Aus dem unteren Teil werden die bekannten Cashew-Nüsse gewonnen.

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Nun geht es weiter mit unserem Boot zum nächsten Ziel.

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Beim Steuern des Bootes wechseln wir uns alle 2 h ab. Nun bin ich wieder dran.

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Aufgrund der gigantischen Breite und Fahrtiefe des Amazonas wird dieser bis an die peruanische Grenze heran von Hochseeschiffen befahren, die sowohl die dortigen Gemeinden mit Waren versorgen, als auch gewonnene Rohstoffe in alle Welt abtransportieren. Der letzte größere Verschiffungshafen von hier liegt in Manaus.

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Stundenlang auf dem Amazonas im feuchtheißen Klima rumshippern macht müde. Nun bin ich mal mit Ausruhen dran.

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Wir fahren die meiste Zeit in Ufernähe entlang, weil hier das Wasser ruhiger ist und das Boot dann nicht so schaukelt. Schließlich wollen wir ja nicht „seekrank“ werden. Außerdem ist hier die Aussicht schöner und wir können von hier aus das vielschichtige Blätterdach des tropischen Regenwaldes betrachten.

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Teilweise hat es in Ufernähe wunderschöne weiße Sandstrände. Wir würden hier gerne ein Bad nehmen oder eine Bar ansteuern, aber wir sind ja nicht zum Vergnügen hier und haben ein straffes Programm abzufahren.

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Inzwischen ist Mittagszeit und wir haben ein Restaurant angesteuert.

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Von hier aus haben wir einen Blick auf den Stadtkern mit den für diese Region typischen, bunten Geschäften und dem Treiben seiner Bewohner. In dieser Gegend haben die meisten Leute kein Geld für ein Auto. Abgesehen davon gibt es hier keine Straßen, die den Ort mit anderen Gemeinden oder Städten verbindet. Daher fahren hier viele nur Mofas und Motorräder. Um sich vor der sengenden Hitze zu schützen, ist es üblich, dass die Leute hier mit Regenschirmen fahren bzw. auf den Straßen entlang gehen.

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Ein LKW bringt Waren aus dem Ort zum Hafen, die hier auf einen Frachtkahn verladen werden.

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Nach dem Mittagessen nutzen wir gleich die Gelegenheit unser Boot wieder aufzutanken. Der Sprit reißt ein ganz schönes Loch in unsere Reisekasse. Wir haben 400 Liter a. R$ 3,96 (z. Zt. etwa 1 €) zu R$ 1.584 getankt. Bei einem Verbrauch von 40-50 Litern je Stunde reicht das gerade mal für max. 10 Stunden, also einem Reisetag. Da läppert sich ganz schön was zusammen.

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Insbesondere auf dem Amazonas ist die Sonne gefährlich. Der Fahrtwind wirkt trügerisch kühlend, aber das Wasser reflektiert die Sonnenstrahlen und selbst Einheimische holen sich hier einen gefährlichen Sonnenbrand. Daher schützen sich die Frauen hier auch mit Schirmen oder Handtüchern. Die Männer tragen meist langärmelige Kapuzenjacken.

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Wieder geht es vorbei an weißen Sandstränden zum nächsten Ziel.

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Weiter außerhalb wechselt die Uferlandschaft dann wieder in tropischen Regenwald über.

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Ab und an sieht man auch die hier typischen Wasserbüffel.

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Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir genießen den herrlichen Sonnenuntergang am Amazonas.

01.09.2015

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Die Nacht haben wir in einem kleinen, familiär geführten Hotel verbracht. Von diesem Platz aus hat man einen schönen Blick auf die Kirche aus der Kolonialzeit, die hier sehr gut erhalten ist.

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Vom Hotelzimmer aus haben wir einen herrlichen Blick auf den ebenfalls gigantischen Rio Xingú, der unweit von hier in den Amazonas mündet.

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Vom Rio Xingú geht es zunächst wieder auf dem Amazonas weiter in einen kleinen Seitenarm zu unserer nächsten Etappe. Auf dem Weg kommt uns ein Schulboot entgegen. Da es hier keine Straßen gibt, werden die Schulkinder logischerweise nicht mit einem Schulbus sondern einem Schulboot abgeholt. Über einen Steg erreicht man dann das Schulgebäude.

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In einigen Gegenden bzw. an manchen Tagen werden auch Ersatzboote eingesetzt, um die Kinder zur Schule zu bringen. Die bunten Schulgebäude hier sind einfache Holzhäuser ohne Fenster. Es gibt nur Schlagläden, durch die der Wind weht. Alles geht hier etwas einfacher zu. Dafür machen die Leute einen zufriedenen und glücklichen, auf jeden Fall stressfreien Eindruck.

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Auf diesem Seitenarm des Amazonas hat das Wasser eine nur sehr geringe Fließgeschwindigkeit. Daher gedeihen hier viele Seerosen und andere Flussgewächse. Auch ist es Heimat dieser hier häufig anzutreffenden Wasserbüffel.

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Gegen Mittag legen wir an unserem nächsten Ziel an. Da es hier keine Auto-Taxis gibt, bleibt uns nur das Moto-Taxi, um zu den Sägewerken zu gelangen. Hier hatten wir jedoch einen alles andere wie positiven Eindruck von den hiesigen Sägewerken und entschieden uns daher schnell weiter zu fahren.

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Es erschließt sich uns wieder der Blick auf die unendliche Weite des Amazonas, auf dem wir nun schon 3 Tage entlangfahren.

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Bei der Weiterfahrt kommt uns ein Pontonschiff mit Rundholz entgegen.

02.09.2015

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Der vierte Tag auf dem Amazonas. Heute steuern wir unser vorerst letztes Sägewerk an, welches ausschließlich nur über Wasserstraßen erreichbar ist.

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Das hier besuchte Sägewerk verarbeitet ausschließlich Holz aus legaler Herkunft und das darüber hinaus noch in ausgezeichneter Qualität (siehe Fotos) in einer sauberen Anordnung der Stapelleisten in stabil und verrutschungssicher verpackten Bündeln für den Export. Das Ipê ist an der Luft gut auf 16-20% Holzfeuchte getrocknet worden und von ausgezeichneter Hobelqualität.

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Um das saubere Hobelergebnis zu erzielen wird das Holz auch in diesem Werk zunächst vorgehobelt und damit auf eine einheitliche Stärke gebracht. Anschließend erfolgt die Hobelung auf das Endmaß.

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Auch die Massaranduba Terrassendielen sind sowohl vom Holz, als auch von der Hobelung her von sehr guter Qualität.

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Alle Stämme hier sind mit einer Kennzeichnung versehen, um die genaue Herkunft zurückverfolgen zu können.

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Ein Ipê Stamm wird gerade an der Bandsäge aufgetrennt.

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Hier werden die Säge- und Hobelspäne sauber aufgefangen und als Brennstoff an die nahe gelegene Ziegelindustrie weiter veräußert. Ein sauberer Umgang mit einem Rohstoff, der bei vielen anderen Werken einfach nur in die Natur geblasen wird.

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Heute Abend geht es erst Mal zurück nach Belém.

07.09.2015

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Am 07.09. geht erst mal gar nichts in Brasilien. Es finden nämlich die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag statt.

08.09.2015

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Heute ist einer unserer holländischen Kunden zu Besuch und wir fahren mit ihm zu einem FSC-zertifizierten Sägewerk in Belém. Auf diesem Bild sieht man den Abgleich von Itaúba Rundholz mit der Stammliste vom Einschlagsgebiet.

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Man gewährt uns ebenso ein Einblick in die Produktion an der Bandsäge.

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Am Nachmittag fahren wir weiter zu einem Sägewerk, bei dem wir viel Angelim Vermelho Schnittholz für den Wasserbau einkaufen. Gleichzeitig kontrollieren wir zusammen mit unserem Kunden die für ihn bestimmte Ware.

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Auf diesem Screen sehen wir die Rundholzmengen aus seinem AUTEF (Forsteinschlagslizenz). Das Rundholz wird mit wissenschaftlichem Namen, Handelsnamen, Anzahl der Stämme, durchschnittlicher Menge pro Hektar und Gesamtmenge in m³ angezeigt.

10.09.2015

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Am heutigen Freitagnachmittag haben wir in Belém die hiesige Reedereivertretung besucht, mit der wir unsere Container verschiffen und lassen den Tag an der Estação das Docas ausklingen.

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Es geht zurück zu unserem Hotel und wir stecken in dem alltäglichen Verkehrschaos von Belém fest.

12.09.2015

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Am heutigen Samstag setzen wir unsere Tour fort und besichtigen zugleich ein „Projeto de Manejo Florestal“ (Forstmanagementprojekt), in dem aktuell die Holzernte stattfindet. Als erstes vergleichen wir die geographischen Koordinaten mit den Angaben auf den Dokumenten.

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Nachdem wir feststellen, dass die Koordinaten übereinstimmen, fahren wir in das Forstprojekt.

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Nun geht es zu Fuß weiter, in diesem Fall suchen wir einen auf den Dokumenten eingezeichneten Baum, der für die Ernte vorgesehen ist.

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Wir sind fündig geworden. Der in dieser Teilflächeneinheit 2-1 mit Stamm-Nummer 527 markierte Baum stimmt mit der Forstkarte, auf der dieser eingezeichnet ist, überein.

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Auch hier vergleichen wir nochmal die geographischen Angaben des Standorts mit den Angaben auf der Forstkarte.

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Angelim Vermelho

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Unter den hier gezeigten geographischen Koordinaten haben wir uns Blätter eines Angelim Vermelho Baums entnommen. Diese senden wir nach Hamburg zum von-Thünen-Institut zur forstgenetischen Analyse. Die so bestimmte DNA dient dann als Referenz in der Datenbank. Von den später erzeugten Holzprodukten werden ebenfalls Proben entnommen und zur DNA-Analyse eingesandt. Wenn die DNA dann übereinstimmt, wissen wir, dass das Holz genau aus diesem Projekt stammt und somit von legaler Herkunft ist.

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In diesem Forstprojekt lassen wir uns auch die Unterkünfte der Waldarbeiter während der Holzerntezeit zeigen, um so zu kontrollieren, ob die arbeitsrechtlichen Bedingungen eingehalten werden.

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Hier sehen wir eine sanitäre Einrichtung, an der sich die Mitarbeiter waschen, als auch Kleidungsstücke reinigen können.

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Auf diesem Turm steht die Wasserbox, in die Frischwasser hochgepumpt wird. Das Wasser dient zur Zubereitung von Speisen als auch der Körperpflege.

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In unmittelbarer Nähe befindet sich dieser glasklare Fluss, aus dem das Wasser für die Mitarbeiterversorgung entnommen wird.

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Nun geht es über diese recht abenteuerliche, aber für diese abgelegenen Gebiete typische Brücke zurück zum Sägewerk, von wo aus wir am nächsten Morgen zur nächsten Etappe aufbrechen.

13.09.2015

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Größere Flüsse, wie hier den Rio Xingu an der Transamazonica nach Belo Monte, überqueren wir mit einer Fähre.

14.09.2015

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Da wir noch gut in der Zeitplanung liegen, machen wir einen Abstecher zu einer nahe gelegenen Kakaoplantage. Wir sehen hier die reifen Früchte an den Bäumen, als auch das Trocknen der Bohnen auf einem Trockengestell in der Sonne. Von hier werden sie nun in Säcke verpackt und in die schokoladeproduzierenden Länder verschifft.

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Von Medicilândia bis Itaituba ist die Transamazônica eine reine Erdpiste. Irgendwo -vermutlich auf einer der zahlreichen Holzbrücken- haben wir uns einen Nagel in den Reifen gefahren. Nun stehen wir an einem „24h Reifendienst“. Dort wird der Nagel aus dem Reifen gezogen und in das Loch eine vulkanisierende Reparaturmasse gepresst. Für mich etwas ungewöhnlich – aber es funktioniert! Reparaturkosten R$ 10,- (etwa 2,30 €).

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Zur Abwechslung wird ein Fluss mal über eine Betonbrücke überquert, auch wenn diese in Europa höchstwahrscheinlich aufgrund des fehlenden Geländers keinen Sicherheitsvorschriften entsprechen würde. Sicherheit ist hier draußen reiner Luxus!

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In Richtung Uruará fahren wir etwa 35 km an einem Indio-Schutzgebiet („terra protegida“) vorbei.

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Einfach herrlich diese Ausblicke auf den dichten Regenwald entlang der zahlreich zu überquerenden Flüsse.

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Gegen Mittag erreichen wir wieder ein im Export tätiges Sägewerk. Wie man sieht, ein sehr ordentlich angeordneter Rundholzplatz.

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Wir haben schon viel Itaúba Rundholz gesehen. Das aus dieser Region macht einen recht positiven Eindruck. Viele voluminöse, gerade und zylindrische Stämme.

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Das Sägewerk ist zwar alt, aber aufgeräumt und sauber, die Einrichtung wird auch regelmäßig gewartet.

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Auch in diesem Werk wird das Sägemehl ordentlich aufgefangen und zur thermischen Verwertung weiter genutzt.

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Ursprünglich war dieses Werk offen zugänglich, nun wird aber zur Vermeidung illegaler Eingriffe eine stabile Umzäunung aus dauerhaftem Angelim Vermelho errichtet.

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Das Pförtnerhäuschen wurde aus Auskappungen von Ipê Terrassendielen errichtet. Eine ökologische und ökonomische Verwertung von Abschnitten, die die Exportmärkte aufgrund von Qualitätsmerkmalen nicht abnehmen. Das Gesamtbild hinterlässt jedoch einen positiven -für die hiesige Region sogar luxuriösen- Eindruck.

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Neben dem optischen Eindruck des Sägewerks machen auch die für den Export bestimmten Terrassendielen einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Kammergetrocknete Ware wird auch in Folie eingepackt und zur Vermeidung von Transportschäden in stabilen Holzpaletten verschifft.

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Am späten Nachmittag erreichen wir Rurópolis, ein verstaubter Ort wie man ihn sich aus Wildwest-Filmen vorstellen kann. Da es in 1 1/2 h bereits dunkel wird, versuchen wir ein Hotel zu finden. Die zwei besseren Hotels in dem Ort wurden uns jedoch von einem einheimischen Werkzeug- und Maschinenhändler abgeraten. Er hatte letzte Woche Besuch aus Portugal erhalten und seine Gäste hätten sich maßlos über die beiden Hotels aufgeregt. Seine Empfehlung lautete ins 150 km entfernte Itaituba zu fahren. Grundsätzlich wollen wir zwar nicht im Dunkeln fahren, wir entschieden uns aber dennoch heute Abend Itaituba anzusteuern.

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Am Nachmittag hat es geregnet, dadurch ist die Straße zwar nicht mehr so staubig, dafür klebt die Erde oft an den Reifen fest. Für eine ganze Weile ein echtes „off-road-Abenteuer“.

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Nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreichen wir einen Abschnitt, an dem die Transamazônica planiert wird. Die restliche Strecke bis Itaituba können wir dadurch deutlich schneller fahren.

15.09.2015

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Am gestrigen Abend war es zwar noch etwas stressig nach Itaituba zu kommen, wir konnten aber gegen 21 Uhr im Hotel einchecken. Heute Morgen geht es mit einer Fähre über den Rio Tapajós nach Miritituba.

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Noch ein letzter Blick vom Rio Tapajós aus auf Itaituba.

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Am anderen Flussufer angekommen, steuern wir zunächst auf der weiteren Strecke liegende Sägewerke an. Hier ein sehr effizient arbeitendes Werk, wie man es im Normalfall von hier nicht gewohnt ist. Im Vordergrund sieht man zwei Förderbänder, die das Sägemehl zur weiteren Verwendung in hölzerne Behälter transportieren, die dann nach Befüllung zur Energie-Verwertung abtransportiert werden.

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Zurzeit ist man dabei mächtige Angelim Pedra Stämme aufzuschneiden. „Mal sehen, ob ich diesen Stamm nach vorne gerollt bekomme“.

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An der Bandsäge wird der Stamm zunächst kantig geschnitten und dann in Brettware aufgetrennt.

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Die so bereits sauber parallel besäumten Dielen werden nun zur Vielblattsäge transportiert und dort in Kanteln gleicher Breite aufgetrennt.

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Zur Erzielung optimaler getrockneter Ware werden hier Ipê Terrassendielen zunächst auf einheitliche Stärke vorgehobelt und dann erst in die Trockenkammer gefahren. Nach Trocknung erfolgt dann die Hobelung auf das Endmaß.

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Das einzige Sägewerk, welches ich in Brasilien kenne, in dem der Fußboden täglich mit einem Staubsauger gesäubert wird. Sehr vorbildlich – fast schon übertrieben, aber es rundet das Gesamtbild ab: Qualität!

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Es existiert hier sogar ein „Gefahrenplan“, an dem die einzelnen Risiken farblich markiert sind und in der Legende auf der linken Seite erklärt werden. In der oberen linken Ecke befindet sich sogar ein „Campo de Futebol“, in dem die Mitarbeiter während der Pausenzeiten Fußball spielen können. Man achtet hier nicht nur auf die Qualität der Ware, sondern auch auf Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter, die man sonst nur von Industrienationen her kennt.

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Nun geht es weiter auf der BR 163, die Santarém (Pará) mit dem 1.770 km südlich liegenden Cuiabá in Mato Grosso verbindet. Mitten im Nichts befindet sich eine moderne Tankstelle.

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Auf dem weiteren Weg legen wir einen kurzen Stop an diesem Restaurant ein. Es macht auf diesem staubigen Streckenabschnitt einen sehr sauberen Eindruck auf uns, weshalb wir uns hier mit kühlen Getränken versorgen.

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Die BR 163 wird stark von LKW’s befahren, die Soja von Mato Grosso zum Verschiffungshafen von Santarém bringen. Zum Glück hat es auf dem ersten Teil der Strecke etwas geregnet. Dadurch ist es nicht ganz so staubig wie auf dem weiteren Abschnitt. Der von den LKW’s aufgewirbelte Staub ist mitunter dichter wie Nebel. Man sieht für ein paar Sekunden gar nichts mehr und muss mehrfach anhalten. Zudem ist der Staub so fein, dass er in jede Ritze dringt. Alles im Auto ist von einer dünnen Staubschicht bedeckt.

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Etwa 40 km vor Novo Progresso ist die BR 163 bis Cuiabá in Mato Grosso durchgehend asphaltiert. Förmlich ein Komfort nach diesem Staub und der ruckeligen Fahrt auf der unebenen Erdpiste zuvor.

Leider nur wird hier im großen Stil der Regenwald niedergebrannt. Viele Siedler nehmen den Wald lediglich als Ressource wahr, die man aggressiv ausbeuten darf, ja muss. Sie reden von der „Nutzungmachung unproduktiven Landes“. Die Vegetation wird einfach niedergebrannt und anschließend von Bulldozern eingeebnet. Ist das Land einmal „gesäubert“, wie man in Brasilien sagt, wird es verkauft, zumeist als Weidefläche an Viehhalter oder als Ackerfläche an die Agrar- und Nahrungsmittelindustrie. Dort, wo einst riesige Wälder standen, aus denen große Mengen Wasser verdunsteten und in mächtigen Wolkenformationen gen Süden zogen und dort abregneten, wächst heute Exportsoja oder grasen Rinder. Die Rinderzucht ist einer der größten Wirtschaftszweige Brasiliens in der Amazonasregion.

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Wie es den Anschein hat, wird die Regenwaldvernichtung auch noch von der Banco da Amazonia (indirekt) finanziert!

Die aufgestellten Schilder „Preserve a Natureza“ (Schütze die Natur) und „Não jogue lixo nas margens da rodovia“ (Werfen Sie kein Müll auf den Straßenrand) erscheinen mir eher nur, um den Anschein zu wahren. Die Realität sieht leider anders aus!

Erfreulicherweise gibt es auf diesem Abschnitt zwei Sägewerke, die umliegende „Projetos de pequeno Produtores“ (Projekte kleinerer ländlicher Gemeinden) finanzieren und dann von dort ihr Holz beziehen. Durch diese Form der nachhaltigen Forstwirtschaft erhält der Wald so einen Wert, der ihn von den zuvor beschriebenen Brandrodungen schützt.

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Das erzeugte Schnittholz wird hier lange Zeit an der trockenen und fast ganzjährig bis zu 40°C warmen Luft vorgetrocknet, bis es dann weiterverarbeitet oder in der Trockenkammer auf die Zielfeuchte nachgetrocknet wird.

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Bei diesem Werk können wir jedes gewünschte Hobelprofil bestellen, da sie die Hobelmesser selber anfertigen und schleifen. Aufgrund der Abgeschiedenheit dieser Region ist man so unabhängig von den Werkzeugherstellern, die zumeist nur in den großen Städten im Süden Brasiliens ansässig sind. Ein Versand von dort in die hiesige Region hat oft 30 Tage und länger gedauert, wie man uns berichtet hat.

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Man verfügt auch über eine moderne Kappstation, an der Fehlstellen in den Dielen ausgekappt und die Dielen auf das nächste Standardmaß geschnitten werden.

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Das Hobelergebnis kann sich sehen lassen! Selbst Dielen mit Wechseldrehwuchs sind glatt gehobelt. Etwaige Faserausbrüche werden zuvor sauber ausgekappt.

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Auf dem Weg in eines der umliegenden Forstprojekte müssen wir etwa 100 km zurück fahren und befinden uns wieder auf dem unasphaltierten Teil der BR 163. Deutlich sind die von den LKW’s erzeugten Staubwolken zu erkennen.

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Von Novo Progresso in Richtung der Landesgrenze zu Mato Grosso sieht man bedauerlicherweise wieder, wie durch Brandrodung Weideflächen für Viehhaltung oder Ackerflächen für Agrarprodukte erzeugt wird.

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Zwar ist die BR 163 bis zur Landeshauptstadt von Mato Grosso, Cuiabá, durchgehend asphaltiert, aber leider, wie man hier unschwer erkennen kann, mit großen Schlaglöchern übersäht.

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Vom 23.08. bis 18.09. waren wir nun zu Sägewerksbesuchen und EUTR-Kontrollen im Bundesstaat Pará unterwegs. Ab heute geht es dann in Mato Grosso weiter!

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Aktuell sind wir in einer Postfiliale in Sinop, einer größeren Stadt in Mato Grosso und senden von hier aus wieder von Forstprojekten entnommenes DNA-Material von Bäumen zur forstgenetischen Herkunftsanalyse zum Thünen Institut nach Hamburg.

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Heute besuchten wir in der „Casa do Madeireiro“ (Haus der holzbe- und verarbeitenden Industrie) den Sägewerksverband von Mato Grosso „Sindusmad“, mit dessen Zusammenarbeit wir unsere Broschüre „Floresta em pé“ (Nachhaltige Bewirtschaftung des tropischen Waldes in Brasilien) herausgebracht haben.

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Am Nachmittag besuchen wir weitere Sägewerke in der Region. Aktuell betrachten wir das hier lagernde Itaúba Rundholz, da wir potentielle Kundschaft für hieraus hergestellte Terrassendielen haben.

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Natürlich führen wir auch hier Kontrollen durch, in dem wir die Stammplaketten mit der Rundholzliste aus dem Forstprojekt abgleichen.

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Ein schöner zylindrischer Itaúba Stamm an der Bandsäge zur Herstellung größerer Dimensionen.

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Soeben gesägte Kanthölzer aus dem zuvor betrachteten Itaúba Stamm.

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Die 10x10er Itaúba Kanthölzer werden an der Luft für längere Zeit getrocknet, bevor sie weiterveredelt werden.

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Ebenso wird das Schnittholz, welches in erster Linie zur Herstellung von Terrassendielen bestimmt ist, an der Luft lange Zeit vorgetrocknet.

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Hier nun fertige Itaúba Terrassendielen AD 21×145 mm, produziert und verpackt nach Kundenwunsch. Die Qualität ist einwandfrei, auch das Holz farblich sehr homogen.

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Während unseres Besuchs werden gerade Terrassendielen für den US-Markt verladen. Da Mato Grosso zentral in Südamerika liegt und der nächste Verschiffungshafen 2.300 km südöstlich von hier entfernt liegt, werden LKW’s eingesetzt, deren Ladefläche gegenüber einem deutschen Sattelzug genau 2-mal so groß ist. Es kann also Ware für 2 x 40‘ Container verladen werden. Auf gleiche Art und Weise werden auch alle Agrarprodukte (Soja, Rindfleisch, Baumwolle, etc.) zu den Verschiffungshäfen transportiert und von dort aus in alle Welt verschifft.

24.09.2015

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Dieses Sägewerk hier hat eine vorbildliche Mitarbeiter-Kantine, die deutlich sauberer ist wie manch ein Restaurant.

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Die Produktion dieser gelbbraunen Cumaru Terrassendielen macht ebenfalls einen professionellen Eindruck. Sauber gehobelt, ordentlich verpackt!

25.09.2015

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Alle Achtung! Auf der MT 208, einer in der Trockenzeit staubigen Erdpiste zwischen Alta Floresta und Cotriguaçu steht ein Schild mit folgender Info: „Bewahre die Natur. Hier ist kein Platz für Deinen Müll abzuladen“.

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Eine “einfache” Raststätte auf dieser Piste. Natürlich -wie alles während der Trockenzeit- völlig eingestaubt.

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Auf unserem heutigen, etwa 400 km langen Streckenabschnitt sind etliche der hier gezeigten, abenteuerlichen Holzbrücken zu überqueren. Für alle Fälle haben wir immer eine Kettensäge im Auto, so dass wir uns notfalls ein paar Planken zur Reparatur der Brücken zurechtschneiden können. Übrigens: Für eine Kettensäge braucht man in Brasilien eine Genehmigung, ähnlich wie in Deutschland für eine Pistole oder ein Gewehr. Eine Kettensäge ist hier als „arma ambiental“, also als eine Waffe eingestuft, mit der man die Natur zerstören könnte.

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Nun fahren wir bereits 275 km auf der MT 208 quer durch den tropischen Regenwald. Zum Glück wurde vor kurzem die Straße planiert.

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Hier ist die MT 208 durch den Rio Juruena unterbrochen. Nun müssen wir abwarten, bis die nächste Fähre kommt.

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Die Fähre verkehrt alle 3 h, zum Glück kamen wir relativ kurz vor Ankunft der nächsten Fähre und mussten nicht länger wie 15-20 min warten.

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Die Fähre hat angelegt und wir müssen nur noch abwarten, bis alle Autos herunter gefahren sind. Das ist übrigens nichts für tiefergelegte PKWs.

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Am späten Nachmittag erreichen wir unser erstes Ziel des heutigen Tages. In diesem Sägewerk kontrollieren wir für einen unserer Kunden Ipê Terrassendielen KD 20×100 mm. Die Hobelqualität als auch die Verpackung stimmt uns zufrieden und wir können die Ware zur Verschiffung freigeben.

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Bei einem weiteren Werk, welches wir kurz vor Feierabend besuchen, lassen wir uns die Produktion zeigen, wie hier die Trockenkammer, in der gerade Jatóba Schnittholz auf 8-10% für Massivholzdielen getrocknet wurde.

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Neben der technischen Einrichtung interessiert uns natürlich auch die ökologisch einwandfreie Herkunft des Holzes. Auf diesen vorbildlichen Plaketten kann man sehr gut die AUTEX N° (Genehmigung zur Waldbewirtschaftung) incl. der Processo N° (Prozeß-Nr.), der Seção (Sektion), der Árvore (Stammnummer) und den Faixa (Abschnitt) erkennen. Auf dem Bewirtschaftungsplan können wir die eingezeichneten Bäume, die zur Holzernte selektiert wurden, eindeutig identifizieren.

28.09.2015

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Am heutigen Montagmorgen betrachten wir in einem Sägewerk Angelim Amargoso Rundholz, aus dem keilgezinkte Unterkonstruktion 45×70 mm hergestellt wird.

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Abermals fahren wir etwa 200 km über verstaubte Erdpisten zu unserem nächsten Ziel und passieren dabei wieder etliche Flüsse. Auf der Strecke gibt es keine größeren Gemeinden, nur vereinzelt kleinste Ansiedlungen. Die Leute hier haben zumeist kein fließendes Wasser und reinigen sich selbst als auch ihre Wäsche in einem der nächstgelegenen Flüsse.

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Jedes Mal halten wir auf dieser Strecke an der Casa Rosada (dem rosaroten Haus) und stärken uns mit Getränken und leckerem Kuchen. Eine willkommene Abwechslung in dieser verstaubten Einöde. Eigentlich könnte ich mir gleich noch einen „Rachenputzer“ genehmigen, aber wir sind ja nicht im Wilden Westen zu Pferd unterwegs und benötigen noch etwa 3-4 h helle Aufmerksamkeit für die Autofahrt bis zu unserem nächsten Etappenziel.

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Es enttäuscht uns sehr, ja es macht einen sogar schon wütend, wenn man hier wieder mit ansehen muss, wie Regenwald für Farmland niedergebrannt wird. Dazu kommt ja noch, dass dieser Rauch gesundheitsschädlich ist. Es ärgert einen schon massiv, dass immer wir Holzleute als Regenwaldzerstörer an den Pranger gestellt werden, aber weder Umweltverbände noch Medien vom Abbrennen des Regenwaldes für Rinderfarmen berichten, obwohl dies Informationen zu folge die flächenmäßig mit Abstand größte Regenwaldzerstörung darstellt.

29.09.2015

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Am heutigen Morgen betrachten wir gleich ein paar Tamarindo-Stämme aus der aktuellen Holzernte. Aus diesem Holz werden Terrassendielen für unsere Kundschaft hergestellt.

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Im Gegensatz zu den Stämmen des vorherigen Fotos ist dieser Garapa Stamm schon gewaltig.

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Aktuell wird gerade ein Garapa Stamm an der Bandsäge aufgetrennt.

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Hier betrachte ich mir das Schnittholz, welches etwa 3 Monate an der Luft vorgetrocknet wird, bevor es in der Kammer auf die Zielfeuchte gebracht wird.

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Neben Tamarindo lassen wir hier auch Garapa Terrassendielen für unsere Kundschaft herstellen. Ich betrachte mir gerade die Hobelqualität der Garapa Terrassendielen, die mich sehr positiv beeindruckt.

30.09.2015

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Natürlich interessiert uns neben der Produktqualität auch die legale Herkunft des Holzes, weshalb wir heute schon früh am Morgen in das Einschlagsgebiet des Sägewerks fahren. In jedem legalen Forstprojekt befindet sich auch eine Fazenda (Station), bei der die Waldarbeiter mit Mahlzeiten versorgt werden und während der Holzernte leben. Ein LKW-Fahrer, der Rundholz vom Einschlag zum Sägewerk transportiert, stoppt hier gerade für eine Mahlzeit. Alles macht auf uns schon mal einen positiven Eindruck. Die LKW’s sind alle neueren Datums und technisch auf den ersten Blick einwandfrei, ebenso die Verzurrung des Rundholzes auf der Ladefläche.

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Ich positioniere mich mit meinem GPS direkt neben diesem frisch gefällten Garapa-Stamm, um die geographischen Daten mit denen der Forstkarte, auf der die für den Einschlag vorgesehenen Bäume markiert sind, abzugleichen. Es stimmt alles überein – perfekt!

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Auch die Plakette mit der Stammnummer wurde ordnungsgemäß am Wurzelstumpf, für eine evtl. spätere Kontrolle durch die brasilianische Umweltbehörde (oder wie in diesem Fall durch uns ☺), angebracht.

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Um wirklich hundertprozentig sicher zu gehen, als auch für einen weiteren Abgleich, entnehme ich vom Wurzelstumpf Proben zur GEN-Analyse (DNA-Bestimmung).

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Auch hier eindeutig zu erkennen die Stammplakette, die mit der von dem Wurzelstumpf -zwei Bilder zuvor- übereinstimmt.

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Der Forstmanagementplan sieht eine sog. „Esplanada“ vor, das sind Plätze, zu denen mittels eines Skidders die Stämme transportiert und nach Holzart getrennt gesammelt werden, bevor sie mittels Radlader auf die LKW’s zum Abtransport ins Sägewerk verladen werden.

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Ein Skidder bringt gerade einen Stamm zum Sammelplatz (Esplanada).

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Ich lasse es mir nicht nehmen, auch mal so einen kraftvollen Skidder zu fahren, wenn auch nur für eine kurze Strecke.

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Die Bäume des tropischen Regenwaldes haben riesige Wurzelanläufe, sog. Brettwurzeln, um auf dem nur dünnen Humusboden ausreichend Standfestigkeit zu erreichen. Der eigentliche Stamm ist deutlich dünner, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so den Eindruck macht. Von diesem gerade gefällten Tamarindo Baum entnehme ich mir einen frischen Zweig mit Blättern zur DNA-Bestimmung.

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Deutlich abgegrenzt ist das rote Kernholz vom blassgelben Splint des Tamarindo Stammes zu erkennen. Im Ansatz sieht man hier auch noch die Wurzelanläufe.

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Wie vorgesehen, wurde auch hier wieder unmittelbar nach dem Fällen die Stammplakette zur Identifizierung angebracht.

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Neben der Tatsache, dass die Flächeneinheit des Forstprojektes der aktuellen Holzernte 30 Jahre bis zu einer weiteren Bewirtschaftung unangetastet bleiben muss, sieht der Forstmanagementplan zudem auch eine Wiederanpflanzung vor. Hier wird gerade Mutterboden gesiebt und mit Samen in entsprechende Säckchen gefüllt. Von diesem Sägewerk haben wir einen hinsichtlich der EUTR mehr als nur positiven Eindruck.

01.10.2015

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In einem weiteren Sägewerk betrachten wir mächtige Angelim Vermelho Stämme, die aus einem Forstprojekt von Colniza – Guariba – Aripuanã – Conselvan stammen.

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Einer dieser Stämme ist im unteren Stammdurchmesser sogar so groß, dass ich die Spitze nur mit ausgestrecktem Arm erreichen kann.

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Auch dieser Angelim Vermelho Stamm erreicht 180 cm im Durchmesser. Neben Angelim Vermelho erreichen solche Stammdurchmesser in Brasilien nur noch Angelim Pedra, Piquia und Garapa.

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In diesem Sägewerk befindet sich gerade ein Angelim Amargoso Stamm zum Einschnitt an der Bandsäge.

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Die Bohlen werden nun auf der Vielblattsäge in gleich breite Dielen aufgetrennt.

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Wir verlassen gerade dieses staubige Nest, in dem man nichtgroßartig etwas unternehmen kann, in Richtung des knapp 185 km entfernten Aripuanã.

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Wir sind es ja nun schon gewohnt über einfachste Holzbrücken zu fahren, dennoch fand ich diese etwas urtümlich.

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Nach etwa 7 Wochen Sonnenschein bei täglichen Temperaturen von 38-40°C fing es heute den ersten Tag an zu regnen. Dabei kühlte die Temperatur zeitweise sogar auf 23-25°C ab und es fing mich an zu frösteln. Der feine Staub auf der Fahrbahn verwandelte sich nun zu Matsch, wie man unschwer an der Karosse unseres Fahrzeugs erkennen kann.

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Beim Aus- und Einsteigen muss man schon besonders Acht geben, dass man sich nicht die Hose im Wadenbereich völlig verschmutzt. Aber – es geht nicht anders! In dieser Gegend gibt es keine Alternative.

02.10.2015

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In diesem Sägewerk sehen wir gerade die Produktion von Angelim Amargoso Terrassendielen. Das Hobelergebnis als auch die Verpackung sind vorbildlich.

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Hier werden gerade Terrassendielen aus dem schönen gelbbraunen Cumaru hergestellt. Für eine Weile betrachten wir hinter der Hobelmaschine noch das Hobelergebnis und die Fehlstellen-Auskappung. Cumaru erfreut sich einer großen Beliebtheit, von daher sind uns Werke, die qualitativ einwandfreie Terrassendielen herstellen, besonders wichtig.

04.10.2015

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Auf unserer Weiterfahrt in das etwa 180 km entfernte Juína fahren wir an diesem doch recht schönen Schuldgebäude vorbei. Wir waren ein wenig verwundert, denn erstens liegt das Schulgebäude weit außerhalb einer größeren Ansiedlung und zweitens fanden wir das Gebäude für dieses dünn besiedelte Gebiet recht groß. Da wir ohnehin nach unserem Weg fragen mussten, kamen wir ins Gespräch mit einer Lehrerin, die sich gerade auf den Heimweg machte. Sie sagte uns, dass die Schüler mit dem Schulbus aus den vereinzelt umliegenden Ansiedlungen und Fazendas (Farmen) abgeholt und hier zentral unterrichtet werden. Mitunter, speziell in der Regenzeit, dauert die einfache Strecke mit dem Schulbus 4 Stunden, dazu dann 4 Stunden Unterricht und 4 Stunden Rückfahrt bedeutet dann 12 Stunden täglich fürs Lernen zu opfern. Das ist schon hart, wenn ich bedenke, dass ich damals mit dem Fahrrad nur 5 Minuten bis zu meiner Schule brauchte.

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Zur Abwechslung mal ein, wenn auch recht einfach gehaltener, Wegweiser mit KM-Angaben. Es ist schon recht selten, ja förmlich Luxus, dass man hier eine Hinweistafel findet. Zumeist muss man Leute fragen, diese können dann zwar einem die Richtung erklären, aber deren Gefühl für Entfernungsangaben lässt oft zu wünschen übrig. Ebenso gibt es hier auch keine Adressangaben mit Straße und Hausnummer. Da heißt es dann oft „30 km geradeaus, dann kommt ein großer Castanheira (Kastanienbaum), dort dann abbiegen und sobald man eine große Caixa d‘água (Wassertank) sieht, dahinter das dritte, blauweiße Gebäude“. So oder ähnlich muss man sich hier orientieren.

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Immer wieder sieht man entlang den Strecken große Fazendas und moderne Cowboys, die z.B. entlaufene Rinder wieder einfangen, Zäune reparieren und ähnliche Jobs verrichten.

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Hurra! Die Teerstraße hat uns –zumindest für eine zeitlang– wieder, d.h. nun Auto auftanken und waschen. Der Staub ist so dicht, dass man selbst das Nummernschild nicht mehr lesen kann.

05.10.2015

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Heute starten wir unsere Sägewerksbesuche in Juína und Brasnorte. Hier stehe ich gerade vor einem gewaltigen Jequitiba-Stamm von 3,45 m Durchmesser. Diese Holzart ist aber für unsere Exportmärkte eher uninteressant. Hiervon werden zumeist Möbel für den lokalen Markt gefertigt.

06.10.2015

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Nach den vielen Kilometern staubigen Erdpisten und mangelnden Hinweistafeln ist dieses Ortseingangsschild schon beeindruckend. Hier steht geschrieben:
Willkommen in Juína „Königin des Waldes“ Schütze die Natur. Vermeide (Wald)brände.

Schön, wenn es dann auch eingehalten wird, aber es ist zumindest schon mal ein Fortschritt zu erkennen.

07.10.2015

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Heute haben wir alle Sägewerksbesuche im Bundesstaat Mato Grosso abgeschlossen und befinden uns nun auf der BR 364 zwischen Comodoro und Vilhena, der Landesgrenze von Mato Grosso zu Rondônia. Nun setzen wir unsere Sägewerksbesuche hier, in Rondônia, fort.

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Bei diesem Sägewerk betrachten wir eine Partie CEDRO (Cedrela odorata) mit CITES Dokumenten.

CITES ist die Abkürzung von „Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ (zu Deutsch: Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen). Es ist eine internationale Konvention, die einen nachhaltigen, internationalen Handel mit den in ihren Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen gewährleisten soll. Die Konvention wird nach dem Ort der Erstunterzeichnung am 3. März 1973 in Washington, D.C. auch Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) genannt.

Cedro kommt in der hiesigen Region recht häufig vor und ist nach wie vor bei einem Teil der Kundschaft ein recht beliebtes Holz, insbesondere auch wegen seines aromatischen Geruchs, weshalb Cedro recht häufig für Zigarrenkisten, Kleiderschränke u.ä. verwendet wird.

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Milena und ich stehen hier vor einer größeren Partie Ipê Schnittholz für das wir auch regelmäßig Anfragen haben. Die Partie macht auf uns einen maßhaltigen Eindruck.

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In der hiesigen Region gibt es auch größere Vorkommen an MARUPA. Diese Holzart dient häufig als Alternative für das aus Afrika stammende Ajous. Sie ist sehr hell, leicht und weich, daher wird Marupa oft für Saunalatten und (Profil)Leisten verwendet.

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Im Außenbereich befindet sich eine größere Partie GARAPA Schnittholz zur Vortrocknung an der Luft, bevor es dann in der Trockenkammer auf die Zielfeuchte weiter herunter getrocknet wird.

08.10.2015

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Einige MARUPA Schnittholz-Pakete KD fertig zur Verladung in Container.

09.10.2015

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Die Freude über asphaltierte Straßen zu fahren war nur von kurzer Dauer. Abermals müssen wir wieder Erdpisten durch den Regenwald nehmen. Es ist nicht mehr ganz so trocken und staubig, es regnet schon vereinzelt. Im November beginnt in Rondônia die Regenzeit.

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In den Orten, die weit abseits der Rondônia durchquerenden Bundesstraße BR 364 liegen, spielt sich das Leben recht einfach ab. Auf TÜV-geprüfte Auto legt hier keiner Wert. Wenn einer mit diesem Vehikel Fracht anbieten kann (FAZ FRETE = Mache Transporte), um sich so sein Lebensunterhalt zu verdienen, dann tut er das ohne groß auf das Äußere und Sicherheit zu schauen.

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Massaranduba Unterkonstruktion 45×70 mm wird in diesem Sägewerk gerade gebündelt und für den Export verpackt. Die Ware und Verpackung macht einen einwandfreien Eindruck auf uns, den wir im Übrigen auch von dem gesamten Werk haben. Es ist alles aufgeräumt und gut organisiert.

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Am Nachmittag erwischte uns bereits ein etwa 15-minütiger Schauer, dessen Wassermenge aber so heftig war, dass der zuvor trockene und staubige Boden zu fest anhaftendem Lehm wurde. Mal steckt man im Schlamm fest, mal ist die Piste rutschig wie Schmierseife.

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Nach dem 15-minütigem, aber heftigen Regenschauer wird auch für den uns entgegen kommenden LKW die zuvor staubige und trockene Erdpiste zu einer Tortur durch Schlamm und Matsch. Er wollte nur höflicherweise für den Gegenverkehr Platz machen und rutsche dabei zu weit an den Straßenrand. Dort sammelte sich das von der „Fahrbahn“ abfließende Wasser und seine Antriebsräder verloren jegliche Traktion. Er wird nur mit Hilfe des Traktors wieder freikommen. Das kostet Zeit und Nerven! Und noch regnet es nur vereinzelt, die Regenzeit beginnt offiziell erst nächsten Monat. Dann kommt erst richtig „Freude“ auf.

11.10.2015

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Die BR 364 auf dem Weg von Rondônia nach Acre ist in Abunã durch den Rio Madeira unterbrochen. Abermals müssen wir eine der hier üblichen Fähren nehmen. Sobald alle Autos von der Fähre gefahren sind, können wir zwar schon auffahren, müssen aber noch ein paar Minuten warten, bis es dann in unsere Richtung weiter geht.

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Auf der gegenüberliegenden Seite warten schon die Autos auf die Fähre. Erstaunlich, dass hier die Straße bis ins Wasser hineinführt und ein Ponton zum Andocken dient. In weiten Teilen des brasilianischen Nordens ist es oft nur eine Erdpiste.

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Nun haben wir auch schon fast alle Sägewerksbesuche in Rondônia abgeschlossen und machen uns weiter auf den Weg nach Acre. Wir nutzen das lange Wochenende (am Montag, den 12.10. ist hier Feiertag) um zu unserem am weitesten entfernten Ziel in Acre zu fahren. Dort starten wir dann die Sägewerksbesuche und arbeiten uns zurück, wobei wir dann noch zwei Werke in Rondônia auf dem Rückweg besuchen werden.

13.10.2015

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Etwa 200 km nordwestwärts von Acres Hauptstadt Rio Branco besuchen wir am heutigen Morgen ein neu errichtetes Sägewerk. Man ist gerade dabei Cumaru-Stämme einzuschneiden, wobei ich das Cumaru aus dieser Gegend für unsere Märkte nicht geeignet finde. Wohl aber gibt es hier viele Holzarten, die im östlichen Amazonasbecken Brasiliens nicht vorkommen und für einen Teil unserer Kundschaft von Interesse sind.

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Im entfernten Acre ist das Vorkommen an Angelim Vermelho eher gering. Auch die Stammdurchmesser sind im Gegensatz zu denen aus Pará deutlich kleiner.

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Das Sägewerk befindet sich noch in der Bauphase, die jetzt schon erkennbare Größe ist für Brasilien jedoch eher untypisch. Es sollen hier in Kürze 10 Sägeeinheiten parallel laufen.

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Die Schnittqualität des hier erzeugten Cumaru Schnittholzes 52×205 mm ist ausgezeichnet. Sehr einheitlich, maßhaltig und sauber!

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Inzwischen befinden wir uns schon auf der Rückfahrt und machen noch kurz Halt bei ein paar Sägewerken in und um Rio Branco herum. Auch hier prüfen wir die Lieferkette, die das Rundholz genommen hat. Ebenso die lieferbaren Holzarten und die produzierten Qualitäten.

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In diesem Sägewerk wird immerhin schon ein Weinig Unimat 500 zur Hobelung von Terrassendielen und sonstigen Hobelerzeugnissen eingesetzt.

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Die Hobelqualität der hier erzeugten Cumaru „strips“ ist zwar einwandfrei, dennoch ist das Cumaru aus dieser Region für unsere Märkte eher ungeeignet. Es neigt auch im getrockneten Zustand zu Verformung und Rissbildung.

15.10.2015

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Die Sägewerksbesuche im kleinen Bundesstaat Acre sind jetzt auch abgeschlossen. Wir machen uns nun via Rondônia auf den Weg zum Bundesstaat Amazonas.

16.10.2015

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Abermals überqueren wir den Rio Madeira wie hier in Humaitá im Bundesstaat Amazonas.  Da die steile Auffahrt der Erdpiste schwere LKW’s nicht schaffen, ohne dass die Räder durchdrehen und tiefe Löcher graben, werden zwei Radlader zur Unterstützung eingesetzt. Dementsprechend lange dauert der gesamte Prozess auf die Fähre zu fahren und am anderen Flussufer wieder herunter.

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An diesem Morgen sind wir schon um 5:30 Uhr gestartet und können nun den Sonnenaufgang an der Transamazônica nahe Humaitá (Amazonas) verfolgen.

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Hier in Santo Antônio de Matupi, das Dorf wird eigentlich nur km 180 genannt, betrachten wir bei einem unserer Zulieferer das Cumaru Vermelho Rundholz und prüfen die Lieferkette (engl: „chain of custody“, port: „cadeia de custódia“).

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Die Lieferkette ist hier vorbildlich nachvollziehbar und stimmt auch mit den Dokumenten des Forstprojektes überein.

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Trotz der anhand der Dokumente vorbildlichen Lieferkette wollen wir uns nun auch im Einschlagsgebiet von der legalen Herkunft des Holzes überzeugen.

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Wir fahren vom Sägewerk aus etwa 50 km in nordwestlicher Richtung bis zum Einschlagsgebiet.

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Wir sind am „Projeto Manejo Florestal Sustentavel“ (nachhaltigem Forstmanagementprojekt) angekommen. Nun geht es zunächst einmal weiter zum Camp.

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Im Projekt dürfen die Straßen nur minimalste Schäden an der Natur verursachen. Daher sind sie nur so breit angelegt wie es gerade für die Forstoperation nötig ist. Es wird auch kein Schotter aufgetragen, sie besteht nur aus planiertem Erd-/Lehmboden.

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In der Trockenzeit wird der Boden zu feinstem Staub zermahlen. Auf diesem Abschnitt ist der mehlartige Staub etwa 15 cm dick und macht die Fahrt schon zu einem off-road-Abenteuer.

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Auf dem folgenden Streckenabschnitt hat es zeitweilig immer mal wieder geregnet. Allerdings trocknet der Boden schnell wieder aus und hinterlässt dann breite und tiefe Spurrillen der LKW’s. Ab und zu setzen wir mit der Bodenwanne unseres Fahrzeugs auf.

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Der letzte Streckenabschnitt bis zur Forstoperation war für unser Fahrzeug doch zu schwer zu bewältigen. Immer wieder setzen wir mit dem Bodenblech auf, blieben in schlammigen Pfützen stecken oder die Piste war so sandig, dass die Räder keine Traktion mehr hatten. Folglich entschieden wir uns mit dem Motorrad weiter zu fahren.

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Man sieht hier deutlich, warum wir unser Fahrzeug stehen ließen und uns entschieden mit dem Motorrad weiter zu fahren. Ich hätte gar nicht gedacht, dass Mila so eine Freude daran hat.

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Ein stattlicher Ipê-Baum, der laut Forstmanagementplan nicht gefällt werden darf, um die Population aufrecht zu erhalten.

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Wir sind im Camp angekommen. Hier übernachten und leben die Forstarbeiter während der Holzernte. Es ist eine komplett eingerichtete Küche mit einer Haushälterin vorhanden.

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Ich habe etwas Hunger bekommen und schaue zugleich, was es köstliches zu Essen gibt. In der Natur schmeckt es mir irgendwie immer noch am Besten.

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Das frisch geerntete Rundholz muss vor Eintreffen der Regenzeit aus dem Wald abtransportiert werden. Je nach Region ist der Beginn der Regenzeit unterschiedlich. Hier müssen -laut Forstmanagementplan- die Aktivitäten zum 15. Januar abgeschlossen werden.

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Der Wurzelstump eines Ipê-Baumes. Hier wurde sowohl eine Plakette am Stumpf als auch am Stamm angebracht. Beide stimmen mit dem auf dem Forstmanagementplan markierten Baum überein. Die lose auf dem Stumpf liegenden Holzstücke habe ich mir als Probenmaterial zur forstgenetischen Analyse abgebrochen.

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Von diesem frisch gefällten Cumaru Stamm habe ich mir das in der Hand haltende Probenmaterial zur forstgenetischen Analyse entnommen.

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Neben Rinde und Kernholz habe ich auch Zweige mit Blättern aus der Baumkrone der gefällten Ipê- und Cumaru-Stämme zur forstgenetischen Analyse entnommen.

17.10.2015

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Im Sägewerk gleichen wir die Stamm-Nummern dieser Cumaru-Stämme mit den Angaben des Forstmanagementplans ab.

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Auf jedem dieser Massaranduba-Stämme ist die „Cadeia de Custódia“ (Lieferkette) zur einwandfreien Identifizierung der Herkunft angegeben.

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Auf dieser Plakette sind alle notwendigen Angaben zur „Cadeia de Custódia“ (Lieferkette) vorhanden. Diese lassen sich nun leicht mit dem Forstmanagementplan und dem Wurzelstumpf abgleichen.

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Die hiesigen Sägewerke verfügen zwar nicht über die neueste Technik, die hier erzeugte Ware macht aber einen guten Eindruck auf uns. Ebenso nutzen die an der Säge tätigen Mitarbeiter die persönliche Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe, Schürzen, Lederhandschuhe und Gehörschutz.

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Ein TERMO RESPONSABILIDADE DE USO EPI’S regelt die Verantwortung zur Verwendung persönlicher Schutzausrüstung.

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Bei den hohen Temperaturen ist für viele Mitarbeiter das Tragen von Schutzausrüstung zu unbequem. In dieser Anordnung bestätigt der Mitarbeiter die Aushändigung der Schutzkleidung und verpflichtet sich diese auch zu nutzen. Bei Nichtbeachtung ist er für etwaige Unfälle selbst verantwortlich.

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Sauber aufgestapeltes Fava Amargosa Schnittholz zur Herstellung von Unterkonstruktion 45×70 mm.

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Ein Blick in den Lagerschuppen, in dem fertige Ware bis zur Abholung zwischengelagert wird. Man sieht auch -im Hinblick auf die Lieferantenbesuchsprotokolle gemäß EUTR- die vorschriftsmäßige Anbringung von Feuerlöschern.

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In diesem Sägewerk findet eine mehr als vorbildliche Abfalltrennung statt. Zunächst einmal separate Sammelstellen für gefährliche und ungefährliche Stoffe. Dann steht bei den ungefährlichen Stoffen je ein Behälter für Glas, Papier, Plastik, Metall, nicht recyclebare Stoffe und organische Abfälle zur Verfügung.

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Um eine möglich effiziente und ökologische Holznutzung zu erzielen produziert dieses Sägewerk aus anfallender Schmalware Besen- und Gerätestiele für den lokalen Markt.

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Behördliche Vorschriften besagen, dass Sägemehl und Holzabfälle verbrannt werden sollen. So werden hier z.B. mit der thermischen Energie die neben dem Ofen angeordneten Trockenkammern beheizt.

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Ein Blick ins Innere dieser Öfen, in denen die Holzabfälle verbrannt werden.

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Eine weitere Form der Nutzung von Holzabfällen sind diese Kohlemeiler, in denen Holzkohle (Grillkohle) für den überwiegend heimischen Markt erzeugt wird.

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Diese Kohlemeiler werden von lokalen Familien auf dem Gelände des Sägewerks betrieben. Es besteht hierzu keine Verpflichtung, aber es ist sozusagen eine gute Geste des Werksinhabers so ärmeren Bewohnern des Ortes eine Möglichkeit zu bieten, sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen zu können. Ansonsten ist man in dieser „Abgeschiedenheit“ auf sich allein gestellt.

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Unweit des Sägewerks befindet sich eine Milchfabrik, in der jedoch überwiegend „queso de bufalo“ (Büffelkäse) hergestellt wird.

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Die zur Milcherhitzung notwendige Energie wird aus der thermischen Verwertung der Holzabfälle des nahe gelegenen Sägewerks erzeugt.

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Wir befinden uns nun auf der Rücktour von der Transamazônica in Richtung Humaitá. Etwa bei km 145 sieht man diese Indiosiedlung. Die heutigen Indios leben durchaus moderner wie wir uns das vorstellen.

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Während der Rückfahrt hat es auf dem 180 km langen Streckenabschnitt der Transamazônica streckenweise heftig geregnet. Alle Schlaglöcher liefen voll Wasser und die Fahrbahn war eine einzige, riesige Pfütze. Dadurch überkam uns häufig eine Welle aus Wasser und Schlamm, die unser Fahrzeug bis auf das Dach hinauf verschmutzte.

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Der sich infolge des Regens auf der Transamazônica gebildete Matsch war mitunter so heftig, dass er von den durchdrehenden Vorderräder bis zur hinteren Kotflügelverbreiterung gespritzt wurde, wo der dann kleben blieb.

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Inzwischen sind wir wieder an der Fähre nach Humaitá angekommen und warten mal wieder bis zum „Boarding“.

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Schwere LKW’s müssen an der steilen Auffahrt der Transamazônica mit zwei Radladern von der Fähre gezogen werden.

18.10.2015

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Wir verlassen gerade Humaitá im Bundesstaat Amazonas und können nun endlich auf einer „exzellenten“ Teerstraße bis Porto Velho im Bundesstaat Rondônia fahren.

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Humaitá ist eine etwa 45.000 Einwohner zählende Gemeinde im Süden des brasilianischen Bundesstaates Amazonas. Trotz oder gerade wegen dieser Abgeschiedenheit in diesem dünn besiedelten Bundesstaat verfügt man hier über sehr schöne Plätze, an denen man sich auch sportlich betätigen kann.

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Inzwischen haben wir auch unsere „Mission“ im Bundesstaat Amazonas beendet und verlassen diesen nun in Richtung Rondônia. Obwohl wir in diesem Bundesstaat bereits waren, können wir noch nicht unsere Heimreise antreten. Bevor wir uns auf den Rückweg machen, werden wir hier noch ein paar Sägewerke am Montag aufsuchen.

19.10.2015

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Am heutigen Montag besuchen wir noch ein FSC-zertifiziertes Sägewerk. Hier sehen wir gerade eine aktuelle Produktion von Ipê Schnittholz.

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Zum Ende unserer Reise besuchen wir ein letztes Sägewerk in Rondônia. Man fertigt hier gerade Unterkonstruktion 40×60 mm aus Purpleheart, einem purpurviolettem, aber dauerhaftem, hartem und recht formstabilen Holz.

21.10.2015

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Auf unserem Heimweg passieren wir in Poconé im Bundesstaat Mato Grosso die Einfahrt zum weltweit bei Touristen beliebten Pantanal. Das Pantanal (portugiesisch für Sumpf) ist das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Erde. Mit 230.000 km² hat es die Größe der Bundesrepublik Deutschland vor der Wiedervereinigung.

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Auf der Weiterfahrt passieren wir an der BR 163 in São Gabriel do Oeste im Bundesstaat Mato Grosso do Sul noch eine „Fazenda de Avestruz“, einer Straußfarm, die diese Tiere züchtet und deren Fleisch nach Europa exportiert.

23.10.2015

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An einer Tankstelle in Ortigueira im Bundesstaat Paraná sahen wir diesen alten, aber noch gut erhaltenen Truck.

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Soeben passieren wir die Beira Mar Norte in Florianópolis. Nun trennen uns nur noch ein paar Minuten von unserem Zu Hause. Nachdem wir nun wochenlang Temperaturen um die 40°C ausgesetzt waren, friert man plötzlich bei den nur 22°C.

Wir waren nun 64 Tage unterwegs, haben dabei 17.000 km mit dem Auto, 2.000 km mit dem Flugzeug und weitere 2.000 km mit dem Boot zurückgelegt. Insgesamt haben wir 127 Sägewerke besucht und konnten unsere Liste auf 75 Werke reduzieren, die sowohl unsere Qualitätsanforderungen an das Produkt als auch in Bezug auf die EUTR erfüllen.