Jatobá

Jatobá
Botanischer Name

Hymenaea courbaril, H. intermedia

Herkunft

Tropisches Mittel- und Südamerika, Hauptverbreitung im Amazonasbecken von Brasilien, Frz. Guyana, Surinam, Guyana, Venezuela, Kolumbien und Peru.

Splintholz

deutlich abgesetzt, sehr breit (30 – 120 mm), grau bis braungrau

Kernholz

im frischen Zustand hell lachsfarben bis gelblich braun, später oft orangebraun über violett- bis tief rotbraun nachdunkelnd; vereinzelt auch mit dunkelbrauner, fast schwarzer, bis zu 1 cm breiter und unregelmäßiger Farbstreifung. Sehr dekorativ!
Glatte Flächen von mattem Glanz.
Poren mittelgrob bis grob, häufig mit feinen dunklen Einlagerungen, Faserverlauf gerade bis leicht wechseldrehwüchsig.

Geruch

in trockenem Zustand ohne charakteristischen Geruch

Stammdurchmesser

hauptsächlich zwischen 50 bis 90 cm, teilweise auch bis 180 cm vorkommend (standortabhängig), bei geradem, zylindrischem Wuchs

Dichte

bei 12% HF: 940 (+/- 130) kg/m³
frisch: 1.150 kg/m³

Schwindmaß

tangential: 7,5 (+/- 1,2) %
radial: 3,9 (+/- 1,4) %

Druckfestigkeit

97 (+/- 15) N/mm²

Biegefestigkeit

160 (+/- 31) N/mm²

Monnin Härte

10,5 (+/- 2,6) N/mm²

E-Modul

23.460 (+/- 6.002) N/mm²

Stehvermögen

In Abhängigkeit vom Faserverlauf gut bis befriedigend / Trocknung sorgfältig und langsam durchführen, um Verformung und Oberflächenrissbildung zu vermeiden. Qualitäten mit geradem Faserverlauf sind technisch ohne besondere Schwierigkeiten zu trocknen.

Bearbeitung

Erfordert entsprechend der Härte höheren Kraftaufwand, ohne die Werkzeuge außergewöhnlich zu beanspruchen. Im Falle industrieller Bearbeitung ist jedoch der Einsatz HM-bestückter Werkzeuge zu empfehlen. Bei geradem Faserverlauf entstehen beim Hobeln, Fräsen, Bohren, Drechseln und Schnitzen glatte, matt glänzende Oberflächen und saubere Kanten.

Biegefähigkeit

sehr gut

Leimfestigkeit

Gut, jedoch nur im Innenbereich empfehlenswert; insbesondere die Verleimung der dichteren und schwereren Unterarten erfordert gewisse Sorgfalt.

Nagelfestigkeit

gut, jedoch Vorbohren erforderlich

Oberflächenbehandlung

Gut bis sehr gut mit lösemittelhaltigen Lacken und Lasuren bzw. Ölen. Bei Oberflächenbehandlung mit Produkten auf Wasserbasis ist ein Sperrgrund erforderlich, um das Austreten von Inhaltsstoffen zu verhindern.

Verwendung

Konstruktionsholz im Innen- und Außenbau für mechanisch und biologisch hoch beanspruchte Anwendungen, an die auch relativ hohe Anforderungen bezüglich Maßhaltigkeit gestellt werden, z.B. Schleusentore, Wasserbau (nur Süßwasser), Schiffsbau (Kiele, Verkleidungen, Umrandungen), Waggon- und Fahrzeugbau, Brückendecks, Terrassendecks, Sichtschutzwände, Balkone, Parkbänke, Gartenmöbel, etc.
Treppen, Türen, Innenverkleidungen, Profilholz, Leisten, Dielen- und Parkettböden, Möbel, Messerfurnier, Knöpfe, Werkzeuggriffe, Drechslerei, Schnitz- und Bildhauerarbeiten, Musikinstrumente.

Dauerhaftigkeit

Gut bis mäßig (entspricht Dauerhaftigkeitsklasse 2-3 nach DIN EN 350-2. Die Resistenz gegen Pilz- und Termitenbefall variiert je nach Unterart. Resistent gegen Trockenholzinsekten und bei gelegentlicher Befeuchtung. Der Einsatz in Bereichen mit ständiger Befeuchtung wie Erd-/Wasserkontakt ist nicht empfehlenswert, aber durchaus bei Unterarten von guter Dauerhaftigkeit wie Hymenaea intermedia und Hymenaea parvifolia möglich.

Ähnliche Holzarten

Doussié (Afzelia), Bubinga (Kevazingo), Kapur, Merbau

Bemerkungen

Es sind etwa 7 Hymenea-Arten bekannt. Die Farbe des Kernholzes kann in Abhängigkeit vom Standort und der jeweiligen Art schwanken.
Jatobá dient je nach Aussehen entsprechend der jeweiligen Farbtiefe als Austauschholz für Doussíe (Afzelia) und Merbau im Parkettbereich.
Jatoba ist ein hartes Laubholz, noch etwas schwerer als das aus Afrika stammende Doussié (Afzelia) und mit entsprechend hohen Festigkeitswerten, die etwa im Bereich von Hickory u.ä. Hölzern liegen.
Eisenmetalle verursachen in Verbindung mit Feuchtigkeit schwarze Verfärbungen des Kernholzes, daher sind generell bei Anwendungen im Außenbereich Befestigungsmittel aus Edelstahl vorzuziehen.
Auf unbehandelten Flächen im Außenbereich bilden sich bei der Bewitterung feine Oberflächenrisse!
Die innere Rinde des Courbaril-Baumes sondert bei Verletzungen ein technisch genutztes Harz (Copal) ab.